« Zum vorherigen Kapitel »
16Berauscht vom vielen Reichtum verließen sie das Fest
von ToniSchreibt
(veröffentlicht am 30.11.2007)
Teil16
Sonntags waren wir eingeladen zur Hochzeit eines weit verzweigten Verwandten. Sie fand in Eich in der Altrheinhalle statt.
Mama ermahnte mich mir alles genau einzuprägen damit ich für meine eigene gut informiert sei. Es waren bestimmt schon 200 Leute da, dauernd es kamen immer noch. Am Eingang wurde uns etwas Parfüm in die Hände geträufelt, es sollte rein machen, symbolisch gesehen.
Gruppenweise saßen die Familien beisammen. Auch wir fanden bald Freunde und Verwandte. Wenn man sich nicht so oft sieht sind diese Feste willkommen. Die Männer waren unter sich und redeten und redeten. Mama erklärte mir, da es ein von Allah gesegnetes Fest war, gab es kein Alkohol. Die Männer aßen Sonnenblumenkerne und spuckten die Schalen einfach auf den Boden.
Am nächsten Tag konnte man noch erkennen wer wo saß. Ich fand das widerlich und wollte sie gerade darauf aufmerksam machen, dass man so was nicht tue, als mir meine Mutter rasch den Mund zu hielt.
„ Ist doch wahr“, murrte ich. Sie ermahnte mich ständig. „Nahide sei still, halt den Mund, denk daran, hier sind Leute die womöglich deine zukünftige Familie kennen. Willst du, dass dein Vater sein Gesicht verliert?“
Mit lautem Hupen fuhren die Neuvermählten mit Gefolge vor. Ihre Freundinnen empfingen sie mit brennenden Kerzen, sie durften durch das Spalier gehen, das heißt, es bringe Glück.
Die Musik spielte sehr laut, man konnte seine eigenen Worte kaum verstehen.
Das Brautpaar eröffnete den Tanz. Nun reihten sich alle ein zu einer langen Schlange. Wohlweislich Männer und Frauen getrennt. Es ist ganz leicht, man nimmt sich bei der Hand und schwingt zuerst das rechte Bein und dann das linke Bein. Man muss nur den Takt halten.
Zu essen gab es Grillhähnchen und Salate aus dem Eimer. Alles wurde mit den bloßen Händen aufgetischt, ich fand das eklig. So gegen Mitternacht kam es zum Höhepunkt des Festes. Braut und Bräutigam tanzten zum ersten Mal engumschlungen. Mit großen Augen sahen wir Kinder, wie sich Mann und Frau nahe sind.
Jeder der Anwesenden heftete Geldscheine mit Nadeln an den Anzug des Mannes. Die Frau bekam Schmuck, Ketten, Ringe, Armreife, alles aus purem Gold. Sie wurde geschmückt wie eine Prinzessin. Diese Sachen bleiben ihr Eigentum, sie kann damit machen was sie will. Die Deutschen wundern sich, wenn türkische Frauen beim Einkaufen soviel Schmuck tragen. Keine wird ihn jemals ablegen, es ist ihr Kapital. Berauscht vom vielen Reichtum verließen sie das Fest.
»
Zum Kommentieren oder Weiterschreiben musst Du Dich einloggen...
«
Lies weiter
:
17Lust wird sie nie empfinden
von ToniSchreibt
»
Inhaltsübersicht
Titelseite
Einführung
Romane
Die Geschichte eines Türkischen Mädchens
Nahide
von ToniSchreibt
1Wollen sie an ihrem Schicksal teilhaben, interessiert Sie das? Dann lesen Sie weiter
von ToniSchreibt
Um meine Arbeitskollegin nicht zu verratenwerden wir sie Nahide nennen
von ToniSchreibt
3 Ja schlagen die Männer ihreFrauen auch?
von ToniSchreibt
Draußen bellte ein Hund und sie kehrte in die Ralität zurück
von ToniSchreibt
5Mama, ich bin doch in Deutschland geboren, also bin ich deutsch
von ToniSchreibt
Oh, Nahide schon wieder ein Problem
von ToniSchreibt
7Wenn ich groß bin zahle ich Euch alles heim
von ToniSchreibt
8Sie gab ihr die Dreimonatspritze
von ToniSchreibt
9Wir hatten in der Schule Swexualunterricht
von ToniSchreibt
10 In letzterZeit war er etwas ruhiger geworden
von ToniSchreibt
11Heute hat sie den Bogen überspannt
von ToniSchreibt
12+13Sie bekommen hier die Chance für ein besseres Leben
von ToniSchreibt
14 Er blieb still und ertränkte seinen Kummer
von ToniSchreibt
15 Aber Mama, wenn er mir nicht gefällt oder er stinkt wie Jusuf
von ToniSchreibt
16Berauscht vom vielen Reichtum verließen sie das Fest
von ToniSchreibt
17Lust wird sie nie empfinden
von ToniSchreibt
18 Er war kein Macho
von ToniSchreibt
19 Êinen der Männer liebt? Niemals
von ToniSchreibt
20 Aber sie fand bald keine Ausrede mehr
von ToniSchreibt
21 Nahide sehnte sich nach einem Kind
von ToniSchreibt
22 Es ist Dein Kind
von ToniSchreibt
23 Sei endlich ein Mann
von ToniSchreibt
24 Wie kann ich ein Kind zeugen, ich bin doch schwul
von ToniSchreibt
Schluss Vorsichtig hob er das erste Mal seinen Sohn aus dem Bettchen
von ToniSchreibt
Neuerscheinungen
Autorenverzeichnis
Diskussionsforum
Anhang A
Alphabetisches Register
Regelwerk
Impressum
Weiterführende Angebote
Schriftart wechseln
Anhang B
Login
:
Neuanmeldung
« EndlessNovel.de »
« Die Geschichte eines Türkischen Mädchens »
« Inhaltsverzeichnis »
« zurück
| 644 x gelesen |
Über ToniSchreibt »