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11Heute hat sie den Bogen überspannt
von ToniSchreibt
(veröffentlicht am 18.11.2007)
Oh Nahide, mein kleine tapfere Nahide, dein Leidensweg wird noch nicht zu Ende sein.
Selim erwägt wieder zurückzugehen nach Hause in die Türkei. Er glaubte es wäre besser für seine Töchter, wenn sie dort groß werden würden .Er sah sich hier in Deutschland machtlos.
So oft er sie züchtigte, immer wieder bot sie ihm die Stirn, Sie war einfach nicht bereit sich ihm unterzuordnen. Woher sie das nur hatte? Dachte er. Keiner in seiner Familie war so aufsässig .Das war nur der deutsche Einfluss, mutmaßte er.
Seine Gedanken wanderten zurück. Seit er denken konnte schlug sein Vater seine Mutter und das regelmäßig.
Sie war doch immer ungehorsam. So empfand er es jedenfalls als kleiner Bub. Warum musste sie Rüben kochen, wenn der Vater doch lieber ein Stück Fleisch essen wollte.
Dass aber kein Geld da war, begriff er damals nicht. Heute als Erwachsener sieht er das Ganze in einem anderen Licht Heute weiß er dass seine Mutter nicht schlecht war, doch er gibt seinem Vater immer noch Recht. Egal was die Frauen tun, es ist immer verkehrt. Manchmal reicht schon ihre Anwesenheit aus, um sie zu schlagen. Ich mache doch nichts falsch, redete er sich ein.
Aber wenn wir wieder zurückgehen würden, wovon wollten wir leben? Hier habe ich Arbeit, uns geht’s gut. Nur wie sollte das mit den Mädchen enden?
Eines Abends hörte Nahide was ihr Vater mit der Mutter sprach. Entsetzen erfasste sie. Zitternd am ganzen Körper lauschte sie weiter. Was sollte sie nur tun, wen sollte sie fragen?
Oh mein Gott, betete sie zum ersten Mal. Ihr war nicht bewusst dass sie den Herrgott anrief. Sie wusste nur, dass er oben im Himmel wohnt und allen Menschen auf der ganzen Welt half. Egal wo sie waren, er hörte sie immer. Sie las oft bei Ilona in der Bibel.
Bitte hilf mir, ich will nicht fort aus Deutschland. In der Nacht schlief sie nicht. Am nächsten Morgen war sie bockig, gab keine Antwort und bezog wieder Prügel. Systematisch ging sie nun vor. „Ich werde mich solange verstecken, bis sie fort sind“. Keiner bemerkte, dass sie ein Kissen und eine Decke mitnahm. Im Keller wo sonst niemand hinkam versteckte sie ihre Sachen. Unerklärlicher Weise verschwanden Obst, Kekse und Wasser. Alles brachte sie in den Keller. Eines Morgens ging sie nicht zur Schule, sie schützt Kopfschmerzen vor. Ihre Mutter brachte, wie sooft, die Entschuldigung hin.
Am nächsten Morgen packte sie ihre Pausenbrote ein und nahm sich etwas zu trinken. Doch statt zur Schule zu gehen, verschwand sie im Keller. Zur Mittagszeit kam sie nicht nach Hause. Alle warteten, Selim tobte. „Heute hat sie den Bogen überspannt, wo treibt sie sich rum, sie kann was erleben.“
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12+13Sie bekommen hier die Chance für ein besseres Leben
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Inhaltsübersicht
Titelseite
Einführung
Romane
Die Geschichte eines Türkischen Mädchens
Nahide
von ToniSchreibt
1Wollen sie an ihrem Schicksal teilhaben, interessiert Sie das? Dann lesen Sie weiter
von ToniSchreibt
Um meine Arbeitskollegin nicht zu verratenwerden wir sie Nahide nennen
von ToniSchreibt
3 Ja schlagen die Männer ihreFrauen auch?
von ToniSchreibt
Draußen bellte ein Hund und sie kehrte in die Ralität zurück
von ToniSchreibt
5Mama, ich bin doch in Deutschland geboren, also bin ich deutsch
von ToniSchreibt
Oh, Nahide schon wieder ein Problem
von ToniSchreibt
7Wenn ich groß bin zahle ich Euch alles heim
von ToniSchreibt
8Sie gab ihr die Dreimonatspritze
von ToniSchreibt
9Wir hatten in der Schule Swexualunterricht
von ToniSchreibt
10 In letzterZeit war er etwas ruhiger geworden
von ToniSchreibt
11Heute hat sie den Bogen überspannt
von ToniSchreibt
12+13Sie bekommen hier die Chance für ein besseres Leben
von ToniSchreibt
14 Er blieb still und ertränkte seinen Kummer
von ToniSchreibt
15 Aber Mama, wenn er mir nicht gefällt oder er stinkt wie Jusuf
von ToniSchreibt
16Berauscht vom vielen Reichtum verließen sie das Fest
von ToniSchreibt
17Lust wird sie nie empfinden
von ToniSchreibt
18 Er war kein Macho
von ToniSchreibt
19 Êinen der Männer liebt? Niemals
von ToniSchreibt
20 Aber sie fand bald keine Ausrede mehr
von ToniSchreibt
21 Nahide sehnte sich nach einem Kind
von ToniSchreibt
22 Es ist Dein Kind
von ToniSchreibt
23 Sei endlich ein Mann
von ToniSchreibt
24 Wie kann ich ein Kind zeugen, ich bin doch schwul
von ToniSchreibt
Schluss Vorsichtig hob er das erste Mal seinen Sohn aus dem Bettchen
von ToniSchreibt
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