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10 In letzterZeit war er etwas ruhiger geworden
von ToniSchreibt
(veröffentlicht am 16.11.2007)
Aus allen Fenstern dröhnt die Musik der Beatles. „He Jud und let it be“, waren meine Favourite. Sengül versuchte sich auch, und zupfte eine Luftgitarre.
Den ganzen Tag sangen wir, den Text hatten wir nie verstanden. In unserer Schule lernten wir kein englisch. Viele hatten Mühe mit der deutschen Sprache. Wie wäre es in der Türkei gewesen?
Bestimmt leichter,- ohne Schule, nicht wissen was in der Welt passiert, wie groß die Erde ist und ob man am Ende nicht runter fällt. Mir gefiel es hier.
Außerhalb unseres Hauses fühlte ich mich wohl. Ich dachte nicht an Kultur und Tradition. Ich wollte mit dem ganzen Kram nichts zu tun haben. Das brachte ich auch bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck. Warum ich so war, ich wusste es nicht, nur wollte ich nicht so leben wie meine Vorfahren.
Jedes Mal wenn wir sie besuchten kam ich mir krank und elend vor. Ich atmete erst wieder auf, als wir in Deutschland waren. Ja, Sie lesen richtig, Deutschland ist mein Zuhause. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich hier die Schule besuchen kann. Dort ist jeder Tag gleich, nur Eintönigkeit.
Manchmal bedauere ich meine Oma Sengül, ich liebe sie sehr. Sie tut sich so schwer, sie sieht schon uralt aus mit vielen Falten im Gesicht. Mama sagte sie ist auch schon fünfundvierzig Jahre alt.
„Mama, wie alt bist du? Du siehst noch jung und hübsch aus, wirst du auch einmal so aussehen?“ Filys dachte nach, so genau wusste sie ihr Alter nicht. „Ich glaube so circa achtundzwanzig. In den Bergen ist es nicht üblich eine Geburt anzumelden. Wenn die Buben in die Schule kommen werden sie registriert. Viele Mädchen hat man einfach vergessen. Erst wenn sie ihre Menstruation bekommen, und heiraten können, holt man das Versäumte nach. Niemand stört sich daran, das ist so üblich. Daher weiß auch keiner wie viel Einwohner die Türkei hat“.
Wenn ich so sehe, wie sich meine Großeltern abrackern, bitte ich Mama immer, dass sie sie zu uns holt. „Dann müssen sie auch nicht mehr so viel arbeiten und Sengül und ich wir helfen dir.“ Aber Mama redete es uns aus, sie weiß dass ihre Schwiegereltern sofort kämen. Sie darf keinen Unterschied machen.
Die Beiden will sie keineswegs in unserer Familie haben. Sie blockt immer ab. „Die Wohnung ist zu klein, wenn wir einen Sohn bekommen“, alles fadenscheinige Argumente. Sie will sie nicht hier haben. Das wäre für uns Mädchen katastrophal und eine große Unterstützung für Selim. In letzter Zeit ist er etwas ruhiger geworden. Allah sei Dank
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11Heute hat sie den Bogen überspannt
von ToniSchreibt
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Inhaltsübersicht
Titelseite
Einführung
Romane
Die Geschichte eines Türkischen Mädchens
Nahide
von ToniSchreibt
1Wollen sie an ihrem Schicksal teilhaben, interessiert Sie das? Dann lesen Sie weiter
von ToniSchreibt
Um meine Arbeitskollegin nicht zu verratenwerden wir sie Nahide nennen
von ToniSchreibt
3 Ja schlagen die Männer ihreFrauen auch?
von ToniSchreibt
Draußen bellte ein Hund und sie kehrte in die Ralität zurück
von ToniSchreibt
5Mama, ich bin doch in Deutschland geboren, also bin ich deutsch
von ToniSchreibt
Oh, Nahide schon wieder ein Problem
von ToniSchreibt
7Wenn ich groß bin zahle ich Euch alles heim
von ToniSchreibt
8Sie gab ihr die Dreimonatspritze
von ToniSchreibt
9Wir hatten in der Schule Swexualunterricht
von ToniSchreibt
10 In letzterZeit war er etwas ruhiger geworden
von ToniSchreibt
11Heute hat sie den Bogen überspannt
von ToniSchreibt
12+13Sie bekommen hier die Chance für ein besseres Leben
von ToniSchreibt
14 Er blieb still und ertränkte seinen Kummer
von ToniSchreibt
15 Aber Mama, wenn er mir nicht gefällt oder er stinkt wie Jusuf
von ToniSchreibt
16Berauscht vom vielen Reichtum verließen sie das Fest
von ToniSchreibt
17Lust wird sie nie empfinden
von ToniSchreibt
18 Er war kein Macho
von ToniSchreibt
19 Êinen der Männer liebt? Niemals
von ToniSchreibt
20 Aber sie fand bald keine Ausrede mehr
von ToniSchreibt
21 Nahide sehnte sich nach einem Kind
von ToniSchreibt
22 Es ist Dein Kind
von ToniSchreibt
23 Sei endlich ein Mann
von ToniSchreibt
24 Wie kann ich ein Kind zeugen, ich bin doch schwul
von ToniSchreibt
Schluss Vorsichtig hob er das erste Mal seinen Sohn aus dem Bettchen
von ToniSchreibt
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