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9Wir hatten in der Schule Swexualunterricht
von ToniSchreibt
(veröffentlicht am 14.11.2007)
Ich durfte nicht daran teilnehmen. In den Pausen löcherte ich meine Freundinnen mit Fragen. Wie kommen die Babys in den Bauch? Wie sie herauskamen, hatte ich einmal gesehen bei meiner Katze.
Meine Lehrerin gab mir ein Buch es heißt:
“Weißt Du woher die Babys kommen?“ Die Pädagogin Christine März hat es geschrieben. Ich war zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt. Nach Hause durfte ich es nicht mitnehmen, denn wenn mein Vater es erfahren hätte, wäre für mich die Schule zu Ende gewesen, und meine Träume wären wie Seifenblasen zerplatzt.
In den großen Pausen blieb sie dann im Klassenzimmer bei mir und antwortete auf meine Fragen.
Ich war eine fleißige Schülerin und sehr ehrgeizig, ich wollte beweisen, dass ein türkisches Mädchen, deutschen ebenbürtig ist. Das fraß an mir.
„Denke stets an deinen Traum, du willst einmal Tierärztin werden, so redete ich mir immer ein.“ Dass ich aber dafür Jahre brauche, Abitur machen musste, Examen, und Latein, das alles war mir nicht bewusst. Vielleicht wäre ich mutlos geworden. Ich sah nur die armen kranken Tiere.
Auf der Straße fand ich einmal einen großen Vogel, er konnte nicht fliegen. Wir rätselten über seine Herkunft. Papa meinte, er muss zum Tierarzt, aber wir hatten keinen Käfig. So fuhren wir im Kinderwagen dort hin. Der Arzt klärte uns auf, es sei eine Ralle, ein Sumpfhuhn. Sie hatte einen Schock. Wir sollten sie bei ihm lassen, er habe Platz und so könnte er sie auch beobachten. Papa war es recht, nur ich wollte nichts davon wissen.
„Es ist mein Vogel“, erklärte ich ihm. „Komm doch ab und zu vorbei und sehe nach ihm“, erbot sich der Arzt. Bittend sah ich meinen Vater an; „darf ich?“ Nein konnte er nicht gut sagen in Anwesenheit des Doktors.
„Mal sehen“, brachte er nur hervor. Dass ich hinging war mir klar auch ohne Genehmigung.
Eine Woche später fand ich auf der Landstraße ein weißes Huhn. Sie fragen wie es dahin kam? Nun, ein LKW. hatte in einer Hühnerfarm deren Bestand abgeholt und fuhr zum Schlachter. Eines dieser Geschöpfe schlüpfte wohl aus einem defekten Käfig und nun saß es da. Die Gefahr bestand, dass es überfahren wurde.
Obwohl Mama es mir verboten hatte auf die Landstraße zu gehen schlich ich mich langsam heran. Es wäre gar nicht nötig gewesen, denn es konnte nicht laufen. Der Tierarzt sah uns kommen. Unser Kinderwagen wurde schon langsam als Krankentransporter bekannt.
„Na Nahide, was bringst du mir heute? Ach herrje, ein Grillhähnchen. Solche habe ich fast jeden Tag. Man müsste diesen Leuten das Handwerk legen. Keine Achtung mehr vor der Kreatur, so schimpfte er. Er ist ein Hahn. Wir müssen ihn erst einmal waschen er ist total mit Kot verdreckt und voller Parasiten.“ So nebenbei erklärte er mir, dass die Geflügelfarmen Tausende von Hähnchen züchten, drei Monate mästen und dann an Geflügelschlachter verkaufen. Es ist eine unappetitliche Sache.
Aber als Tierarzt muss man auch damit umgehen können. Er untersuchte ihn noch auf offene Wunden. Du kannst ihn jetzt mit nach Hause nehmen, wenn es deinen Eltern recht ist.“ Und zu meiner Mutter gewandt, „er kann nicht gehen, seine Füße stehen übereinander, das kommt von den engen und niedrigen Käfigen in denen sie gehalten werden, dort darf er nicht groß werden, er soll nur Fleisch ansetzen. Geben sie ihm eine Decke, er wird pflegeleicht sei. Füttern sie ihn mit ihren Tischabfällen, aber nicht zuviel.“
Und so waren wir ein Familienmitglied reicher. Wir hatten sehr viel Freude an ihm und tauften ihn“ Jusuf“ wie unseren Nachbar Jungen, der stank nämlich auch. Doch davon ein andermal. Unser Jusuf kam sogar zu mir wenn ich ihn rief.
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10 In letzterZeit war er etwas ruhiger geworden
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Inhaltsübersicht
Titelseite
Einführung
Romane
Die Geschichte eines Türkischen Mädchens
Nahide
von ToniSchreibt
1Wollen sie an ihrem Schicksal teilhaben, interessiert Sie das? Dann lesen Sie weiter
von ToniSchreibt
Um meine Arbeitskollegin nicht zu verratenwerden wir sie Nahide nennen
von ToniSchreibt
3 Ja schlagen die Männer ihreFrauen auch?
von ToniSchreibt
Draußen bellte ein Hund und sie kehrte in die Ralität zurück
von ToniSchreibt
5Mama, ich bin doch in Deutschland geboren, also bin ich deutsch
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Oh, Nahide schon wieder ein Problem
von ToniSchreibt
7Wenn ich groß bin zahle ich Euch alles heim
von ToniSchreibt
8Sie gab ihr die Dreimonatspritze
von ToniSchreibt
9Wir hatten in der Schule Swexualunterricht
von ToniSchreibt
10 In letzterZeit war er etwas ruhiger geworden
von ToniSchreibt
11Heute hat sie den Bogen überspannt
von ToniSchreibt
12+13Sie bekommen hier die Chance für ein besseres Leben
von ToniSchreibt
14 Er blieb still und ertränkte seinen Kummer
von ToniSchreibt
15 Aber Mama, wenn er mir nicht gefällt oder er stinkt wie Jusuf
von ToniSchreibt
16Berauscht vom vielen Reichtum verließen sie das Fest
von ToniSchreibt
17Lust wird sie nie empfinden
von ToniSchreibt
18 Er war kein Macho
von ToniSchreibt
19 Êinen der Männer liebt? Niemals
von ToniSchreibt
20 Aber sie fand bald keine Ausrede mehr
von ToniSchreibt
21 Nahide sehnte sich nach einem Kind
von ToniSchreibt
22 Es ist Dein Kind
von ToniSchreibt
23 Sei endlich ein Mann
von ToniSchreibt
24 Wie kann ich ein Kind zeugen, ich bin doch schwul
von ToniSchreibt
Schluss Vorsichtig hob er das erste Mal seinen Sohn aus dem Bettchen
von ToniSchreibt
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