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8Sie gab ihr die Dreimonatspritze
von ToniSchreibt
(veröffentlicht am 11.11.2007)
„Wir bekommen ein Baby“, mit diesen Worten empfing mich eines Morgens mein Vater. Realistisch, wie ich nun mal bin, fragte ich:
„Einen Jungen oder ein Mädchen. Lieber wäre mir eine Schwester, so kann sie mit mir spielen. Papa, frag doch mal den Storch, ob er ein Mädchen übrig hat“ Ganz verdutzt fand er keine Antwort. Nach einer Weile,
„ich hätte lieber einen Jungen.“
„Und was hast du davon“, erwiderte ich, immer auf Opposition aus. „Du spielst doch nicht mehr, du gehst doch nur zur Arbeit, was wollen wir da mit einem Buben? Ein Mädchen wäre besser, da wäre ich auch nicht mehr so allein und Mama hätte später noch mehr Hilfe.“ -
„Auch ein Argument“, antwortete er und musste lachen.
Mama wurde zusehends dicker. „Iss nicht so viel, sonst platzt du.“ Sie verriet mir nicht, dass die Babys im Bauch wachsen. Nur einmal sagte mein Vater zu mir, „jetzt helfe mal Deiner Mutter etwas, lass sie nicht die schweren Sachen tragen.“ -
„Warum ich, du bist doch viel größer und stärker, hilf du doch." Ich hatte schon ein freches Mundwerk. Wütend sah er mich an, aber er tat es. Hoffte er auf einen Sohn?
Spät in der Nacht hörte ich Geräusche, die ich nicht einordnen konnte und erwachte davon. Ich schlich mich aus dem Zimmer und hörte ein dünnes Piepsen, wie von kleinen Katzenbabys. Der Doktor war da und sagte geradezu meinem Vater:
„Noch ein Kind und sie stirbt dabei, sie hat soviel Blut verloren. Warum habt ihr mich nicht früher geholt?" Schweißnass stand zitternd mein Vater an der Tür. Die Nachbarin ließ den Arzt hinaus. Es zog fürchterlich und ich fror. Da gewahrte er mich und trug mich in sein Bett. „Ayse sei leise, Mama schläft, sie braucht Ruhe. Nun schlaf schön, ich komme auch gleich.“ Am nächsten Morgen weckte mich wieder das Piepsen. Leise um niemand zu wecken schlich ich auf Zehenspitzen dem Geräusch nach. Wie vom Blitz getroffen blieb ich stehen.
Da lag ein winziges Baby im Wäschekorb. Es hielt mich nichts mehr. „Papa, wir haben ein Kind bekommen“, und dabei rüttelte ich ihn feste an der Schulter.
„Sieh mal da im Korb bei der Mama“. Sie wurde von meiner lauten Stimme wach und sah mich ganz matt an. „Nahide, du hast eine Schwester bekommen.“ –
„Hurra, kein Junge, danke Papa, dass du dem Storch Bescheid gesagt hast“. Ein unerklärlicher Ausdruck war in seinem Gesicht. Ich sehe ihn heute noch vor mir. „Mama, Papa, wie heißt sie, wo kommt sie her?“ Für mich musste alles seine Richtigkeit haben. „Also was ist"? fragte ich fordernd. "Wir haben uns noch keine Gedanken darüber gemacht.“- "Papa, wir nennen sie Sengül, wie Oma in der Türkei, ich glaube da kommt sie auch her. Hast du sie bei Oma bestellt“?
Jetzt warf ich alles durcheinander so aufgeregt war ich. „Also gut sie soll Sengül heißen.“
Sengül, Sengül, ich habe eine Schwester sie heißt Sengül so tanzte ich im Zimmer herum. Allen auf der Straße, sogar wildfremden Leuten erzählte ich es. Ich platzte vor Stolz, so als sie mein Kind.
Gutmütig hänselten ihn seine Freunde, „na wieder kein Junge, nur ein Mädchen?" Das fraß an ihm. Er wurde mürrisch und unduldsam. Zumal seine Brüder alle reichlich Jungen zeugten.
Nach monatlicher Wartezeit wurde seine Frau nicht wieder schwanger. Er begann zu trinken und beachtete die Mädchen nicht. In seinem Zorn vergewaltigte er Filys jede Nacht, die Worte des Arztes hatte er vergessen. Sie nahm alles hin, denn wenn das nächste Kind wieder ein Mädchen wäre, so war die Katastrophe vorprogrammiert.
Sie sah die Möglichket dies zu verhindern. Ihre Frauenärztin zu der sie nur in Begleitung gehen durfte sah einen Ausweg. Ihr konnte sie ihr Herz ausschütten. Sie gab ihr die Dreimonatspritze zur Verhütung. Gewiss ein kleines Risiko blieb. Selim ahnte von alldem nichts. Aber Filys hoffte, dass es gut gehe.
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9Wir hatten in der Schule Swexualunterricht
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Inhaltsübersicht
Titelseite
Einführung
Romane
Die Geschichte eines Türkischen Mädchens
Nahide
von ToniSchreibt
1Wollen sie an ihrem Schicksal teilhaben, interessiert Sie das? Dann lesen Sie weiter
von ToniSchreibt
Um meine Arbeitskollegin nicht zu verratenwerden wir sie Nahide nennen
von ToniSchreibt
3 Ja schlagen die Männer ihreFrauen auch?
von ToniSchreibt
Draußen bellte ein Hund und sie kehrte in die Ralität zurück
von ToniSchreibt
5Mama, ich bin doch in Deutschland geboren, also bin ich deutsch
von ToniSchreibt
Oh, Nahide schon wieder ein Problem
von ToniSchreibt
7Wenn ich groß bin zahle ich Euch alles heim
von ToniSchreibt
8Sie gab ihr die Dreimonatspritze
von ToniSchreibt
9Wir hatten in der Schule Swexualunterricht
von ToniSchreibt
10 In letzterZeit war er etwas ruhiger geworden
von ToniSchreibt
11Heute hat sie den Bogen überspannt
von ToniSchreibt
12+13Sie bekommen hier die Chance für ein besseres Leben
von ToniSchreibt
14 Er blieb still und ertränkte seinen Kummer
von ToniSchreibt
15 Aber Mama, wenn er mir nicht gefällt oder er stinkt wie Jusuf
von ToniSchreibt
16Berauscht vom vielen Reichtum verließen sie das Fest
von ToniSchreibt
17Lust wird sie nie empfinden
von ToniSchreibt
18 Er war kein Macho
von ToniSchreibt
19 Êinen der Männer liebt? Niemals
von ToniSchreibt
20 Aber sie fand bald keine Ausrede mehr
von ToniSchreibt
21 Nahide sehnte sich nach einem Kind
von ToniSchreibt
22 Es ist Dein Kind
von ToniSchreibt
23 Sei endlich ein Mann
von ToniSchreibt
24 Wie kann ich ein Kind zeugen, ich bin doch schwul
von ToniSchreibt
Schluss Vorsichtig hob er das erste Mal seinen Sohn aus dem Bettchen
von ToniSchreibt
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