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5Mama, ich bin doch in Deutschland geboren, also bin ich deutsch
von ToniSchreibt
(veröffentlicht am 07.11.2007)
11
Ein andermal. Mama stickte an einer Decke für ein Hochzeitsgeschenk. Dabei fing sie an zu erzählen:
„Nahide, wir sind aus der Türkei, aus einer sehr armen Gegend. Es ist schön dort. Hohe Berge, der Sonnenaufgang ist einmalig. Hinter jeder Wegbiegung sieht es anders aus, man muss nur ein Auge dafür haben. Manchmal sind die Felswände bedrohlich nahe und dann wieder weit auseinander, so dass man die Sonne sieht.
Im Winter ist es bitter kalt. Meine Familie hatte sich schon vor sechs Generationen angesiedelt. Es gab bestimmt bessere Gegenden nur wir waren da nun mal ansässig. Es ist ein karges Land, der Boden ist felsig. Ich musste immer die Steine zur Seite räumen, dass meine Mutter etwas pflanzen konnte. Es war eine mühselige Arbeit.
Unten am Meer blüht alles in Hülle und Fülle. Wir werden einmal hin fahren. Vorher müssen wir aber noch fleißig sparen. Papas Eltern und meine sind Nachbarn. Dort wohnt man nicht so dicht wie hier. Wir brauchen eine Stunde zu Fuß.“
„Geht es mit dem Auto nicht schneller, Mama?“
Nein Nahide, die Leute dort sind arm, sie können sich kein Auto leisten. Und wozu auch, die Wege sind so schmal, da passt gerade mal ein Eselskarren durch.“
„Mama,--- dann sind wir aber reich.“ Bitter sagte sie: „ja Kind“, und eine Träne rollte über ihr Gesicht. „Deine Großeltern haben ein paar Ziegen, die suchen sich ihr Futter selbst. Und wenn ein kleines Zicklein auf die Welt kommt, gibt es frische Ziegenmilch und Käse.“
„Wieso gibt es Käse von der Ziege, der liegt doch im Supermarkt in der Kühltheke.“
„Nahide das lernst du bald in der Schule. Wir haben auch einige Hühner, die legen Eier.“ Nahide stellte klar: „Und die sind dann auch im Karton“. ---
Filiz schmunzelte.
„Es gab keine bezahlte Arbeit. Wir waren alle nicht verwöhnt, aber es reichte nicht um richtig satt zu werden .Sicher kommen viele Touristen in unser Land. Wir sind 300 Kilometer vom Meer entfernt.
Unsere Sehenswürdigkeiten, bringen viel Geld durch die Fremden Aber der Staat steckt alles ein. Unsere Kultur soll die älteste auf der ganzen Welt sein, wenn ich richtig zugehört hatte, als mein Bruder lernte. Nur von Kultur wird man nicht satt“.
Gebannt hörte Nahide zu. So beschoss Dein Vater schweren Herzens, wir wandern aus. Es hieß damals, Deutschland sei das gelobte Land, jeder bekäme Arbeit und verdiene viel Geld. Ein Nachbar, der eine große Herde Ziegen hatte, gab uns das Geld.
Wir zahlen heute noch zurück. Für uns war es schwer hier Fuß zu fassen, wir hatten uns das so leicht vorgestellt. Zuerst wurden wir regiestriert und bekamen eine befristete Aufenthaltsgenehmigung. Fand von uns einer Arbeit, konnte man sich eine Wohnung suchen. „
„Und wo habt ihr geschlafen als ihr noch keine Wohnung hattet?“
„In einem Container mit vielen anderen Menschen zusammen. Es war die Hölle. Vom Versorgungsamt bekam jeder einen kleinen Betrag fürs Essen. Andere Kleidung durften wir beim Caritas abholen. Ayse mein Kind, es war so schlimm zumal ich mit Dir schwanger war. Ich kann mich noch gut an den Tag deiner Geburt erinnern.
Wir durften bei einer befreundeten Familie ein Zimmer benutzen. Während der Flucht lernten wir sie kennen. Der Mann wurde später Papas bester Freund.“
„Ich weiß Mama, Onkel Mehmet.
Filiz knüpfte nach dem Abendessen ihr Gespräch weiter. ---„Reiche Leute kaufen sich neue Kleider und Möbel und werfen die gebrauchten Sachen einfach weg.
So manches gute Stück landete auch auf dem Flohmarkt.“
„Ich weiß Mama, da haben wir auch meine Puppe Veronika her. Weißt du noch, wie das kleine Mädchen sie mir geben musste, hat es fast geweint. Doch ihre Mutter sagte: Nix da, du hast genug, wir werden noch viel mehr Sachen verkaufen, wenn du dein Zimmer nicht aufräumst.“
„Ja Kind,,aber du hattest ihr versprochen sie gut zu behandeln.“
„Das mache ich. Würdest du auch meine Sachen verkaufen, darf sie das?“
„Nein Nahide das tu ich nicht, wird erst einmal groß. Viele Dinge die du hier siehst sind vom Flohmarkt. Wohnen wir also in anrerer Leute Wohnung Dann wohnen wir ja in einem Hotel --
-Juhu wir machen Urlaub zu Hause--- Mama,---tragen alle Frauen in der Türkei ein Kopftuch?“
„Fast alle, die alten Frauen sowieso und die frommen wollen es Allah recht machen,---nach seinen Gesetzen leben.“
„Mama, bist du auch fromm, weil du es trägst?“ Eine Weile denkt Filiz nach, ich glaube nicht, dass ich fromm bin.“
„Ja und warum trägst du es dann?“
„Weil dein Vater es so will, sieh mal, Filiz nahm das Tuch ab und herunter fiel eine Flut von wunderschönem Haar.
„ Oh wie schön, Nahide staunte nur. Sie hatte bis dahin ihre Mutter nie oben ohne gesehen. Sanft fasst sie hinein und ganz verzaubert sagte sie: „Mama, ---meine Mama, du bist wunderschön.“
„Siehst du Kind, das alles darf nur dein Vater sehen und früher mein Vater. Wenn wir uns offen zeigen finden andere Männer auch gefallen an uns und das ist eine Sünde. Du kennst doch den Koran, darin ist alles audgeschrieben.
So müssen wir auch hier leben und unsere Tradition in Ehren halten. Dazu gehört auch das Tuch, das kleine Mädchen tragen, sobald sie sechs Jahre alt sind. Sei froh, dass wir hier sind und nicht in unserer Heimat. Dort dürfen Mädchen nicht in die Schule gehen.“
„Mama, ich bin doch in Deutschland geboren, also bin ich deutsch.“
„Nein Schatz, das bist du nicht, du hast türkisches Blut in den Adern, du wirst immer eine Türkin sein. Auch deine Kinder und Enkelkinder.“
„Mama, gestern hat sich Michael verletzt und es blutete ganz arg, aber sein Blut sah aus wie meins. “ Nun musste Filiz doch lachen über die Argumente ihres Kindes
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:
Oh, Nahide schon wieder ein Problem
von ToniSchreibt
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Inhaltsübersicht
Titelseite
Einführung
Romane
Die Geschichte eines Türkischen Mädchens
Nahide
von ToniSchreibt
1Wollen sie an ihrem Schicksal teilhaben, interessiert Sie das? Dann lesen Sie weiter
von ToniSchreibt
Um meine Arbeitskollegin nicht zu verratenwerden wir sie Nahide nennen
von ToniSchreibt
3 Ja schlagen die Männer ihreFrauen auch?
von ToniSchreibt
Draußen bellte ein Hund und sie kehrte in die Ralität zurück
von ToniSchreibt
5Mama, ich bin doch in Deutschland geboren, also bin ich deutsch
von ToniSchreibt
Oh, Nahide schon wieder ein Problem
von ToniSchreibt
7Wenn ich groß bin zahle ich Euch alles heim
von ToniSchreibt
8Sie gab ihr die Dreimonatspritze
von ToniSchreibt
9Wir hatten in der Schule Swexualunterricht
von ToniSchreibt
10 In letzterZeit war er etwas ruhiger geworden
von ToniSchreibt
11Heute hat sie den Bogen überspannt
von ToniSchreibt
12+13Sie bekommen hier die Chance für ein besseres Leben
von ToniSchreibt
14 Er blieb still und ertränkte seinen Kummer
von ToniSchreibt
15 Aber Mama, wenn er mir nicht gefällt oder er stinkt wie Jusuf
von ToniSchreibt
16Berauscht vom vielen Reichtum verließen sie das Fest
von ToniSchreibt
17Lust wird sie nie empfinden
von ToniSchreibt
18 Er war kein Macho
von ToniSchreibt
19 Êinen der Männer liebt? Niemals
von ToniSchreibt
20 Aber sie fand bald keine Ausrede mehr
von ToniSchreibt
21 Nahide sehnte sich nach einem Kind
von ToniSchreibt
22 Es ist Dein Kind
von ToniSchreibt
23 Sei endlich ein Mann
von ToniSchreibt
24 Wie kann ich ein Kind zeugen, ich bin doch schwul
von ToniSchreibt
Schluss Vorsichtig hob er das erste Mal seinen Sohn aus dem Bettchen
von ToniSchreibt
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