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8 Wir schaffen das, nur Mut, Elisabeth
von ToniSchreibt
(veröffentlicht am 04.11.2007)
,
19
Ich nahm mir vor, das war das letzte Mal, dass er mir wehtat. In Zukunft werde ich mich wehren. Mittlerweilen hatten wir in der Schule Sexualunterricht.
Ich wusste jetzt, was er da mit mir machte. Es ist strafbar, ich werde ihn anzeigen. --- Aber wer glaubt mir?
Meine Pein war noch nicht zu Ende. Ich pflegte mich nicht mehr und roch demnach ranzig. Die anderen Schüler rückten von mir ab, wenn ich in ihre Nähe kam. Selbst meine Freundinnen wollten nichts mehr mit mir zu tun haben. In den Pausen saß ich allein in einer Ecke.
Ich war mutlos. Frau Zimmer sagte einmal: "Heute Mittag gehen wir beide zu Euch nach Hause. Darüber war ich sehr froh, endlich kam alles raus.
Mein Vater stand unter der Tür, beide Hände an den Türpfosten. "Ich muss mit Ihnen reden,---über Marianne."
"Was geht Sie das an, ihre Erziehung ist meine Sache“, so nahm er ihr den Wind aus den Segeln.
Unverrichteter Dinge ging sie wieder, ich stand resigniert daneben. „Was hast Du erzählt, "zischte er, „sprichst Du über unsere Familie? Wage Dich, ein Wort davon und Du bist tot."
Ich schrie zurück: „Lieber tot, als diese Nächte." Mir war egal, ob jemand mithört.
Damals kam es mir in den Sinn, wie es wohl wäre, wenn man tot ist. Spürt man, wenn man stirbt? Wo kommt man hin?
Gibt es wirklich einen Himmel und ist dort der liebe Gott?
Und die Sünder, müssen die tatsächlich in die Hölle? Komme ich da auch hin? Ich habe doch gesündigt---oder?
Ich war elf und hatte zum ersten Mal meine Periode. Die Aufklärung fand schon vor zwei Jahren in der Schule statt. Er hatte es mitbekommen, dass in meinem Slip Blut war. Nun war ich für ihn erwachsen und konnte richtig lieben. Das versuchte er dann auch.
Immer wenn es neblig war, schleppte er mich, nein, nicht in den Schuppen, da hörte man womöglich meine Schreie, er stieß mich hinüber in den Friedhof. Kein Wehren half, kein Bitten, ich musste ihm zu Willen sein. Blutend ließ er mich liegen und ging. Hasserfüllt schwor ich mir,
„das war das letzte Mal, ich bring ihn um."
Von nun an trug ich immer ein spitzes kleines Küchenmesser bei mir. Als es wieder einmal soweit war, und er auf mir lag, rammte ich ihm das Messer in die Seite. Er schrie auf und schaute verdutzt was passiert war. Viel konnte ich ihn nicht verletzt haben, soviel Kraft besaß ich nicht. Er schlug mich windelweich und wieder einmal hatte ich verloren.
Alle die schmachvollen Jahre war ich nicht mal die Hälfte in der Schule. Zum einen schämte ich mich der blauen Flecken und zum anderen hatte ich sehr oft Unterleibschmerzen, so dass ich kaum gehen konnte. Dann blieb eines Tages meine Periode aus. Voll Panik rannte ich den ganzen Tag durch die Gegend.
„Ich bin doch noch ein Kind, noch keine zwölf, wie kann ich denn ein Kind haben, wie soll das denn gehen?“
So vertraute ich mich meiner Mutter an. „Wer ist der Vater?" Sonst sagte sie nichts, sie fragte nicht wie es mir ging, oder komm wir gehen zu einem Arzt, nichts von alldem.
„Du musst es doch wissen entgegnete ich tonlos." Kein einzig tröstendes Wort, keine liebevolle Umarmung,--- nichts. Voll Verzweiflung reifte in mir der Entschluss,---ich gehe! --
-Der liebe Gott wird mir schon verzeihen, ich bin doch noch ein Kind. Ehe er mich das nächste Mal erniedrigt, werde ich Schluss machen. Ich legte mich in die Badewanne und schnitt mir die Pulsader auf. Es tat nur ein bisschen weh, aber nicht soviel wie in meinen Nächten. Fasziniert sah ich wie das Blut aus meinen Adern pulste, ein schönes Gefühl. Ich wurde immer ruhiger und freute mich auf den Himmel und die Englein.
Dann sah ich ein helles Licht und helfende Hände streckten sich mir entgegen. Eine wundervolle Glückswelle durchflutete mich und freudig fragte ich: “Bin ich jetzt im
Himmel?"
Eine gütige Stimme antwortete mir: "Ja mein Kind, Du bist heimgekommen."
Voll Entsetzen weckte mich der Arzt. ---"Elisabeth,---aufwachen, hallo, Elisabeth, Sie sind hier, bei Doktor Bauer,---Elisabeth. Mir liefen haltlos die Tränen. Jetzt erkannte ich meine Angst vor Nebel und Friedhöfen. Nun weiß ich auch, warum ich mich stets von Männern fernhalte.
Wir schaffen das Elisabeth, nur Mut, das Meiste wissen wir nun schon.
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Kathi riet mir, schreibe doch eine Geschichte darüber. Ich tat es. Das wars
von ToniSchreibt
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Inhaltsübersicht
Titelseite
Einführung
Romane
Elisabeth, eine Grundschullehrerin
Ihr passieren seltsame Dinge
von ToniSchreibt
Angst vorm Nebel bestimmt mein Leben,seit ich denken kann
von ToniSchreibt
Alte von der Zeit verwitterte Grabsteinesteine tauchten nebelumwoben in meinem Blickfeld auf.
von ToniSchreibt
4 Mir graute schon vor der Nacht
von ToniSchreibt
5 Unter Hypnose erfuhr der Arzt, dass ich zwei Seelen besaß
von ToniSchreibt
6Im Bad sah ich die blauen Fleckenan meinen Oberschenkel
von ToniSchreibt
7 Warum tut er mir das an, warum hilft sie mir nicht
von ToniSchreibt
8 Wir schaffen das, nur Mut, Elisabeth
von ToniSchreibt
Kathi riet mir, schreibe doch eine Geschichte darüber. Ich tat es. Das wars
von ToniSchreibt
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