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6 Große Angst machte sich breit
von ToniSchreibt
(veröffentlicht am 31.10.2007)
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Ständig gingen die Warnungen durchs Radio. Horst machte ein sorgenvolles Gesicht. Werden wir es schaffen?
Wir müssen!
Lieber Gott hilf!
Die jungen Leute vermissten ihre Computer. „Lasst uns noch mal raufgehen, es ist ja alles dicht, und wir bleiben auch nicht lange."
-„Aber beeilt euch. ---Wozu braucht ihr sie denn? Wir haben ja keinen Strom mehr, denkt doch mal richtig."
--„Aber sie sind doch auch wertvoll, und sind vielleicht die einzige Verbindung zur Außenwelt. Wir können sie doch ab und zu ans Aggregat hängen.
Es dauerte fast schon eine halbe Stunde, Johannes und Martin waren immer noch oben. Lautes Poltern und eine weinende Frauenstimme,
„ich will nicht,---nein, bitte nicht."
Die jungen Männer trugen eine zappelnde Person durch den Eingang. „Es war Tante Änni, unsere ehemalige Kindergärtnerin."
Sie kam gerade vom Friedhof und wollte nach Hause. Aber zu ihrer Wohnung am Pennymarkt wäre sie bestimmt nicht mehr gekommen. Sie wusste gar nichts und war ganz verwundert.
„Nun beruhigen sie sich doch, liebe Tante Änni.“ Man erklärte ihr den Sachverhalt.
Der Wind drehte von Süden nach Osten, so bekommen wir mal wieder alles aus erster Hand.
---Doch die Wolke sah man nicht---.
Bastian, der Vierjährige wollte gleich wissen, wo sein Vater im Kindergarten war und welches Spielzeug es damals gab. Zu meinem Geburtstag schenken mir mein Opa Horst und Oma Simone ein Fahrrad.
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Und wenn ich ganz brav bin, bekomme ich von meinem Paten Gunter einen Nimembo. Bastian, das heißt Nintendo, verbesserte ihn seine Mutter.
“Sag ich doch." So plapperte der Kleine drauf los. Tante Änni vergaß alles und war wieder Kindergärtnerin.
Es muss noch mal jemand hinauf, wir brauchen Bettzeug für sie. Tante Änni bekam nun das achte Zimmerchen, das eigentlich ein kleiner Andachtsraum sein sollte.
Nun musste unser Herrgott umziehen, in eine Ecke des Essraumes. Er bekam einen richtigen Herrgottswinkel mit Teelicht. Blumen gab es leider keine.
Frank nahm Gunter beiseite und sie flüsterten leise miteinander. "OK. Machen wir.“ ---„Martin hilfst du uns?" Sie gingen nach oben und unterwegs weihten sie ihn in ihren Plan ein.
„Wir schlachten das Schwein."
---„Aber",--- „nichts aber, wir töten es nur, nehmen es aus, zum Brühen haben wir keine Zeit und kein heißes Wasser.“ ---
„Wenn ihr meint?". Ihre Mutter machte sich Sorgen. „Die Buwe, was die wohl wieder treiben, mit dene wird es ko bisje langweilisch."
Es klopfte. „No, des kann net wohr soi, die henn tatsäschlich die Sau geschlacht.“ ---
“Klar Vadder, soll se owe de Heldetod schterwe, liewer esse mer se.“ --- „Un wo habt er des Bettzeich?" ---„Hole mer noch." Sie taten als gäbe es keine Katastrophe
Unter der fachmännischen Anleitung von Horst, er hatte jedes Jahr eine Hausschlachtung wurde die Wutz in zwei Hälften gespaltet, so konnte man besser die dicke Schwarte mit den Borsten abziehen. Das war keine leichte Aufgabe. Sie schwitzten dabei und es wurde ordentlich geflucht.
Mittlerweilen war es 18°° Uhr geworden. Keiner hatte auf die Zeit geachtet.
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Es gab so viel zu tun, Wäsche einräumen, Lebensmittel verstauen, Betten machen. Hört jetzt auf, macht was zu essen, wir zerteilen inzwischen das Fleisch, ab in die Gefriertruhe und morgen essen wir davon.
Die Männer saßen still am Radio, solange das Aggerat läuft für die Kühlung, können wir Radio hören oder Fernsehen, wie allerdings unser Empfang sein wird, das hatten wir noch nicht getestet. Im Fernsehen bringen sie sicherlich etwas von der Katastrophe, doch alles nur Mutmaßungen. Wer traut sich schon in ein verseuchtes Gebiet? Sie werden die Bilder von Tschernobyl bringen.
Natascha, komm, geh zu Bett, das sollst du nicht hören, in deinem Zustand. Johannes nahm sie in den Arm und redete ihr gut zu. Brigitte, ihre Schwiegermutter gab ihr einen Schlaftrunk. Es war der ungünstigste Moment jetzt schwanger zu sein. Die Freude, die sie heute Morgen empfanden, war wie weggewischt.
Eine große Angst machte sich breit. Jeder spürte es anders. Manfred und Brigitte stimmten das Lied an:---
Eine feste Burg ist unser Gott,
eine gute Wehr und Waffe,--- nacheinander fielen alle ein. Zuletzt erscholl es laut und inbrünstig:
Und wenn die Welt voll Teufel wär,
und wollt uns gar verschlingen,
wir fürchten uns doch nicht so sehr,
es soll ihm nicht gelingen
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Und dann ist nichts mehr, wie es einmal war
AKW Störfall
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bin ich ein Feigling, nur weil ich mich für meine Familie entschieden habe?
von ToniSchreibt
Also es war kein Fehlalarm
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1970 Bewarb sich Manfred in Biblis als Ingenieur
von ToniSchreibt
nun schafften sie voll Freude an ihrem Bau
von ToniSchreibt
6 Große Angst machte sich breit
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