Liebe, Leben und Tod
angefangen von Gabriella_von_Schiller am 28.03.2010
Ewig geliebt
Liebe, Leben und Tod
Ewig geliebt
Es war abends, kurz nach halb acht. Stella kam gerade von ihrem Freund Marc. Vom Bahnhof aus wollte sie nach Hause gehen, doch gerade in dem Moment, als sie über die Straße ging, kam ein Auto. Es fuhr sehr schnell und der Fahrer dieses Wagens konnte das Mädchen anscheinend nicht sehen. Er fuhr Stella um. Sie fiel hin und lag einfach nur reglos da.
Der Verkehr stand still. Viele stiegen aus ihren Autos und liefen zu dem Mädchen, das blutüberströmt auf der Straße lag. Der Fahrer, das Mädchen angefahren hatte, saß jedoch immer noch in seinem Wagen und telefonierte. Doch als er sah, dass jemand auf der Straße lag und sich viele Leute um ihn drängten, legte er auf und stieg ebenfalls aus seinem Auto. Auch er, ein arroganter Kerl mit einem dicken, fetten Mercedes, lief zu den Leuten hin, die ihn einen Blick zuwarfen, der voller Verachtung war.
Plötzlich ertönte ein lautes Signal. Der Krankenwagen, den jemand gerufen hatte, war endlich da. Stella wurde ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Sie wurde operiert und lag dann im Koma.
Selbstverständlich wurden Stellas Eltern informiert, die dann auch sofort kamen. Ihre Mutter weinte. Die Eltern umarmten sich und Stellas Vater versuchte seine Frau so gut wie möglich zu trösten. "Ach, Schatz, sie wird schon wieder aufwachen. Beruhige dich." sprach er. Es half jedoch nichts. Die Tränen liefen.
Plötzlich betrat ein Arzt das Zimmer. "Guten Tag." sagte er. "Sie sind sicher die Eltern?" Die beiden nickten. "Nun, Sie haben sicher schon erfahren, dass Ihre Tochter von einem Auto angefahren wurde?" fragte der Arzt. Stellas Mum schien schockiert zu sein: "Nein, das hat uns noch keiner gesagt. Aber sagen Sie, wie lange wird sie denn noch im Koma bleiben?" "Das wissen wir noch nicht so genau. Es kann schon jetzt sein, morgen oder in ein paar - " Der Arzt unterbrach seinen Satz, denn Stella schien sich etwas geregt zu haben. Mit leiser Stimme sprach sie zu ihren Eltern: "Ruft Marc an. Bitte. Ich will ihn sehen." Der Arzt ging zu ihr und untersuchte sie.
Auf einmal öffnete und schloss sich die Tür. Stellas Vater war kurz rausgegangen, um Marc anzurufen.
Unterdessen war Stella natürlich eingenickt. Plötzlich gab es ein Geräusch. "Ein Herzstillstand!" rief der Arzt. Er drückte auf einen Knopf auf einem Tisch. Sofort kamen weitere Ärzte und schoben ihr Bett raus. Es ging zum OP-Saal.
Marc war gerade angekommen und noch völlig außer Atem. Mit offenem Mund starrte er Stella an. Er ließ sich auf einen Stuhl nieder. Auch Stellas Mutter setzte sich.
"Marc, du weißt es sicher noch nicht. Stella wurde von einem - " "Entschuldigen Sie, Mrs. Miller, aber Ihr Mann hat mich schon darüber informiert." unterbrach er sie. "Oh. Na, dann ist ja gut."
Die OP dauerte fast zwei Stunden, da es immer wieder Komplikationen gegeben hatte. Marc war inzwischen eingeschlafen, schreckte aber hoch, als jemand ihn anstupste. Stellas Mum sagte: "Endlich, die OP ist vorbei."
Der Arzt kam zwar mit einem ziemlich ernsten Gesichtsausdruck, doch als er die drei sah, sagte er mit dem Anflug eines Lächelns: "Sie hat die Operation gut überstanden." Dann jedoch wurde er wieder ernst. "Mr. und Mrs. Miller, wir befürchten, dass Ihre Tochter nicht mehr lange zu leben hat. Wir haben bei ihr einen Tumor entdeckt. Im Gehirn. Es gibt zwar Hirntumore, die man operieren kann, doch dieser ist leider inoperabel." Mr. und Mrs. Miller und Marc waren schockiert. Mrs. Miller brach in Tränen aus. Ihr Mann legte seinen Arm um sie. Der Arzt sagte außerdem, dass Stella wahrscheinlich nur noch drei Monate leben wird.
Eine Woche später. Stella war immer noch im Krankenhaus. Marc war gerade bei ihr. Sie kuschelten ein bisschen und küssten sich. "Ach, Marc," begann Stella plötzlich. "es ist so schade, dass ich nicht mehr lange leben werde." "Das finde ich auch, aber deswegen genießen wir es ja noch, solange wie du lebst."
Die Krankheit hat die beiden noch mehr zusammengeschweißt, auch wenn sie wissen, dass es irgendwann vorbei sein würde.
Stella kamen die Tränen, doch ihr Freund tröstete sie. "Ach, Süße, vielleicht wird es ja auch ganz anders. Lass mal den Kopf nicht hängen." Stella betrachtete ihn mit ihren großen, vom Weinen geröteten Augen. "Bist du dir da so sicher?" fragte sie ihn. Er nickte. "Ja, aber natürlich. Du darfst einfach nicht aufgeben." Das sagt sich so leicht, dachte Stella.
Plötzlich war die Besucherzeit um und Marc musste gehen, doch er kam jeden Tag und besuchte sie.
Zwei Monate nach dem Unfall. Stella war längst in einer Kur. Sie wurde von den Ärzten und Pflegern dort gut überwacht. Es ging ihr so einigermaßen gut.
An einem Sonntagnachmittag hatte sie wieder einmal Besuch von Marc, der gerade eine Überraschung für sie hatte. Stella saß auf einem Sessel und beobachtete, wie er sich vor ihr hinkniete und ihr sagte: "Stella, ich liebe dich. Wir sind schon seit zwei Jahren zusammen. Ich weiß nicht, wie lange wir uns noch haben, doch ich genieße jede Sekunde mit dir. Willst du mich heiraten?" Es dauerte eine Weile bis Stella etwas sagte: "Oh, Marc, das ist ja so wunderschön. Ja, natürlich will ich, aber ...." "Was aber?" unterbrach er sie. "Du weißt doch gar nicht, wann ich, ich ...., ich meine, wann es vorbei sein wird mit mir." antwortete sie mit einem Zittern in der Stimme.
Beide schwiegen eine Zeit lang. Marc stand auf und durchquerte das Zimmer. "Ach, Marc," rief Stella, die so klang, als ob sie wieder weinen würde. Marc ging wieder zu ihr, kniete sich wieder vor ihr hin, grub in seinen Taschen und fand schließlich, wonach er suchte. Es war eine kleine Schatulle. Er öffnete sie und Stella klappte der Unterkiefer herab. Sie war wirklich sprachlos. Zum Vorschein kam nämlich ein Ring mit einem kleinen Edelstein. Der Ring glitzerte und es sah einfach wunderschön aus.
"Marc," sprach Stella endlich. "der ist ja einfach schön. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll." Marc lächelte. "Möchtest du mich heiraten?" "Ja, Marc, ich will dich heiraten." kam es sofort von Stella. Sie umarmte ihn. Beide gingen zum Bett, kuschelten und küssten sich.
Ein weiterer Monat verging recht schnell. Marc und Stella wollten tatsächlich noch heiraten. Die Eltern der beiden freuten sich. Es wurde für sie zwar stressig mit den ganzen Vorbereitungen, aber dennoch waren sie einfach glücklich. Beide Familien sollten miteinander verbunden werden. Leider jedoch geschah etwas, womit sie noch nicht gerechnet hatten.
Stella und Marc waren gerade beim Standesbeamten, als Stella plötzlich umfiel. Alle waren schockiert. Ihr Vater rief den Notarzt, der sofort kam. Er untersuchte sie. Seine Miene wurde immer ernster. Er wandte sich an Stellas Eltern. "Dieser Tag sollte, wie ich schon sehe, der schönste in ihrem Leben werden, doch leider muss ich Ihnen allen sagen, dass......" "Nein!" unterbrach ihn Marc. "Sie kann nicht tot sein. Nein, das kann einfach nicht sein." Er fiel auf den Boden und weinte. Der Arzt jedoch sagte: "Es tut mir leid. Ich kann nichts mehr für sie tun. Sie ist tot." Sie waren sprachlos.
Marc ging zu Stella und legte seinen Kopf auf ihre Brust, um zu prüfen, ob der Arzt wirklich recht hatte. Es stimmte.
So mussten sie also eine Beerdigung organisieren.
Stella wurde schließlich zwei Wochen später beerdigt. Die halbe Stadt schien dort gewesen zu sein.
Marc war sehr traurig. Viele Mädels wollten was von ihm, er jedoch schüttelte sie ab und zog weg, zwar nicht allzu weit weg, denn er wollte ja noch öfter zu ihrem Grab gehen.
Erst zehn Jahre später fand er jemanden, mit der er zusammen war. Er liebte sie zwar, jedoch nicht so sehr, wie er Stella geliebt hatte. Seine große Liebe, seine Stella - nie würde sie wieder kommen.
Wie grausam, wie schade.
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